Nach 1933 standen die Corps unter dem zunehmenden Druck, in den Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund (NSDStB) einzutreten. In Folge des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums von 1933, das seine Bindungswirkung auch auf die Universitäten erstreckte, wurden sie wie alle studentischen Vereine, genötigt ihre jüdischen oder "jüdisch-versipppten", das heißt, mit jüdischen Frauen verheirateten Corpsbrüder auszuschließen.
Dem folgten die meisten Corps nur langsam oder unter Ausnutzung aller möglichen Verzögerungstaktiken. Manche Corps umgingen die Ausschlussforderungen aufgrund des Beamtengesetzes, indem sie gefälschte Angaben weitermeldeten. Die beiden Kösener Corps Suevia München und Borussia Halle sowie die heute ehemals Kösener Corps Suevia Tübingen, Vandalia Heidelberg und Rhenania-Straßburg zu Marburg weigerten sich schließlich 1934 endgültig, jeglichen Ausschlussforderungen nachzukommen und forderten auch ihre Mitglieder auf, nicht freiwillig auszutreten.
Die Auseinandersetzungen zwischen den Nationalsozialisten und den Corpsverbänden nahmen weiter zu. Besonders die zögerliche Umsetzung der Ariergesetze setzte die Corps in den Augen der Nationalsozialisten in ein schlechtes Licht. Die Corps galten als besonders renitent, reaktionär ud ewiggestrig.
Die nationalsozialistische Führung nutzte als Vorwand für die endgültige Auseinandersetzung mit den Corps das sogenannte Heidelberger Spargelessen. Bei diesem Vorfall im Mai 1935 diskutierten Angehörige des Corps Saxo-Borussia Heidelberg öffentlich lautstark, wie Adolf Hitler wohl Spargel äße. Sie kamen bei dieser öffentlichen Debatte zu dem Ergebnis, dass der "Führer" den Spargel wohl wegen seines großen Mundwerks quer essen könne. Das Corps Saxo-Borussia wurde daraufhin sofort aufgelöst, der Senior von Quast verhaftet. Alle anderen Corps wurden in Folge dessen wenige Monate später zusammen mit ihren Verbänden zwangsaufgelöst, die Altherrenverbände bestanden bis ungefähr 1938.
In den folgenden Jahren bewohnten u.a. Kameradschaften die Corpshäuser. Viele Corps nutzten ihre Position an der Universität aus und unterwanderten einige der Kameradschaften, um ihre eigene Identität und Kultur unter diesem Deckmantel weiterzuführen. Dies gelang auch an einigen Universitäten (zum Beispiel in Würzburg, Leipzig, Bonn und Freiburg im Breisgau) ganz gut. Hier konnten sich einige Corps sogar für eine gewisse Zeit rekonstituieren. In verschiedenen Universitätsorten fanden auch versteckte Mensuren statt, so z.B. in Bonn, München, Freiburg, Leipzig und Würzburg.
Anzumerken ist, daß die Corps, wie immer auch ein Spiegel der gehobenen Gesellschaft, genau wie alle anderen zunächst in den Bann des Nationalsozialismus gerieten. Die anfangs unternommenen Versuche, durch Annahme des Führerprinzips und anderer Dinge sich der neuen Zeit anzupassen, mussten jedoch schließlich scheitern, da sie den basisdemokratischen Prinzipien und der alten Toleranz der Corps diametral widersprachen.
Im Alter bereut man vor allem die Sünden, die man nicht begangen hat.
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